Das Ego ist ein Teamkiller – vor allem in Gründerteams
Wenn es darauf ankommt, das Unternehmen medienstark nach außen zu vertreten, muss jemand im Team die Repräsentantenrolle einnehmen. Hier lauert die Gefahr interner Anfeindungen. Derjenige, der die Qualitäten und den Mut besitzt, Flagge und Gesicht zu zeigen und dessen Aktivitäten auf einem hohen Level stattfinden, wird über kurz oder lang in den Medien präsent sein. Vertritt der Repräsentant sein Unternehmen missionarisch und vorbildlich nach außen, können ihm Ego, Eitelkeit und Unmut anderer Teammitglieder entgegenschlagen, die selbst nicht im Vordergrund stehen.
Man sollte dem Repräsentanten dessen Rolle aber unbedingt zugestehen. Ansonsten entstehen aus den unguten Gefühlen toxische Geschäftsbeziehungen. Obwohl das Unternehmen womöglich gut läuft, können solche Verstimmungen sogar zum Scheitern der gesamten Unternehmung führen. Das kommt viel häufiger vor, als nach außen hin bekannt ist. Eine Pressemeldung, ein Interview oder auch jegliche andere mediale Erwähnung der Person können zu einem persönlichen Problem werden, über das zum Teil heftig gestritten wird. Wieso wird immer wieder derselbe zitiert und als Geschäftsführer ge¬nannt, fragen kritische Stimmen im eigenen Team, wenn es doch auch andere Mitspieler gibt? Ganz einfach: Weil einer diesen Job machen muss. Aber nicht jeder kann ihn machen. Nicht jeder traut sich zum Beispiel auf die Bühne, um einen Vortrag vor anderen Leuten zu halten. Also macht es derjenige, der am besten dazu geeignet ist. Und zwar dauerhaft.
Wenn das geklärt ist, werden Themen nicht länger auf persönlicher Ebene ausgefochten oder enden in Machtkämpfen, die schlimmstenfalls vor den Au¬gen der Mitarbeiter geführt werden. Wann immer es im Gründerteam kriselt, bekommen es früher oder später die Angestellten mit. Sie machen sich dann wiederum ihr eigenes Bild von der Situation und ahmen dieses Gebaren nach, womit sich die Stimmung im gesamten Unternehmen verschlechtert.
Für ein Team, das noch nie miteinander gearbeitet hat und in dem sich die Akteure naturgemäß noch nicht kennen, empfiehlt es sich, so früh wie mög¬lich eine Vereinbarung aufzusetzen, die den Umgang miteinander regelt und an die sich alle zu halten haben.

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